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Nazis, ab in den sozialen Verachtungstod

Autor: m.blumentritt@cl-hh.comlink.de (Martin Blumentritt) (2003-06-28 00:00:00)

Nr. 28
"»Kommado 99 - Pferdestall«

Im KL Buchenwald hatte die SS eine eigene Liquidationsanstalt neben
der Reithalle, ausserhalb des Stacheldrahtbereichs. Dort wurde nur
erschossen. Fuer das Kommando bestand bei der Kommandantur das
Stichwort »99«. Die Scharfuehrer wurden ihm, soweit sie sich nicht
freiwillig gemeldet hatten, abwechselnd zugeteilt.

Wenn die ahnungslosen Opfer, fast durchweg russische Kriegsgefangene,
in den Stall kamen, hielt der leitende SS-Offizier des Mordkommandos
eine kurze Ansprache, die uebersetzt wurde: »Sie sind in einem
Sammellager. Um die Ansteckungsgefahr zu vermeiden, muessen Sie vorher
untersucht, desinfiziert und gebadet werden. Beim Ausziehen zuerst
den Rock, dann die Hose hinlegen, die Schuhe daneben stellen, die
Erkennungsmarke in die Schuhe legen, damit es keine Verwechslungen
gibt.« Die Scharfuehrer gingen in weissen Maenteln umher, um Aerzte
vorzutaeuschen. Dann hiess es: »Die ersten sechs Mann zum Baden"« Ein
Lautsprecher wurde auf volle Staerke eingeschaltet, der
Grammophonmusik brachte, waehrend durch einen anderen Namen und
Nummern laut gerufen wurden. Zur selben Zeit spielte sich in den
naechsten Raeumen die blutige Traggoedie ab. Die zum »Baden« bestimmten
Opfer gingen in einen kleinen Raum, der schalldichte Waende und Tueren
hatte; er war als Baderaum ausgestattet, mit Fliesen am Boden und an
den Waenden und acht Duschen. In der Tuer befand sich ein 30 Zentimeter
breiter und drei Zentimeter hoher Schlitz. Ein SS-Mann schloss die Tuer
fest zu und schoss die auf das Bad Wartenden mit einer automatischen
Pistole zusammen. Lagen alle am Boden, oftmals nicht toedlich
getroffen, so wurden sie auf ein Lastauto geworfen, das mit Zinkblech
asugeschlagen war. Die Duschen wurden aufgedreht, das Blut
weggespuehlt - die naechsten konnten antreten! Auf diese Weise wurden
an manchen Tagen von neun Uhr abends bis fuenf Uhr morgens 500 Mann
»gebadet«."(Eugen Kogon, Der SS-Staat S. 187)

Zur Begruendung der Postings siehe den woechentlich versandten Text mit
dem Betreff: Nazis, ab in den sozialen Verachtungstod!!!

Autor: m.blumentritt@cl-hh.comlink.de (Martin Blumentritt) (2003-06-28 00:00:00)




Autor: m.blumentritt@cl-hh.comlink.de (Martin Blumentritt) (2003-06-28 00:00:00)

Nr. 28
"»Kommado 99 - Pferdestall«

Im KL Buchenwald hatte die SS eine eigene Liquidationsanstalt neben
der Reithalle, ausserhalb des Stacheldrahtbereichs. Dort wurde nur
erschossen. Fuer das Kommando bestand bei der Kommandantur das
Stichwort »99«. Die Scharfuehrer wurden ihm, soweit sie sich nicht
freiwillig gemeldet hatten, abwechselnd zugeteilt.

Wenn die ahnungslosen Opfer, fast durchweg russische Kriegsgefangene,
in den Stall kamen, hielt der leitende SS-Offizier des Mordkommandos
eine kurze Ansprache, die uebersetzt wurde: »Sie sind in einem
Sammellager. Um die Ansteckungsgefahr zu vermeiden, muessen Sie vorher
untersucht, desinfiziert und gebadet werden. Beim Ausziehen zuerst
den Rock, dann die Hose hinlegen, die Schuhe daneben stellen, die
Erkennungsmarke in die Schuhe legen, damit es keine Verwechslungen
gibt.« Die Scharfuehrer gingen in weissen Maenteln umher, um Aerzte
vorzutaeuschen. Dann hiess es: »Die ersten sechs Mann zum Baden"« Ein
Lautsprecher wurde auf volle Staerke eingeschaltet, der
Grammophonmusik brachte, waehrend durch einen anderen Namen und
Nummern laut gerufen wurden. Zur selben Zeit spielte sich in den
naechsten Raeumen die blutige Traggoedie ab. Die zum »Baden« bestimmten
Opfer gingen in einen kleinen Raum, der schalldichte Waende und Tueren
hatte; er war als Baderaum ausgestattet, mit Fliesen am Boden und an
den Waenden und acht Duschen. In der Tuer befand sich ein 30 Zentimeter
breiter und drei Zentimeter hoher Schlitz. Ein SS-Mann schloss die Tuer
fest zu und schoss die auf das Bad Wartenden mit einer automatischen
Pistole zusammen. Lagen alle am Boden, oftmals nicht toedlich
getroffen, so wurden sie auf ein Lastauto geworfen, das mit Zinkblech
asugeschlagen war. Die Duschen wurden aufgedreht, das Blut
weggespuehlt - die naechsten konnten antreten! Auf diese Weise wurden
an manchen Tagen von neun Uhr abends bis fuenf Uhr morgens 500 Mann
»gebadet«."(Eugen Kogon, Der SS-Staat S. 187)

Zur Begruendung der Postings siehe den woechentlich versandten Text mit
dem Betreff: Nazis, ab in den sozialen Verachtungstod!!!