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Re: Die Sonderwirtschaftszone Ost...

Autor: w.th-sch@gmx.de (Werner Thiele-Schlesier) (2004-04-16 19:55:00)

Hallo Erika,

am 16.04.04, 12:05 schrieb erika ciesla@despammed.com in spd folgendes
zu Re: Die Sonderwirtschaftszone Ost...:


>>> So leid es mir tut, Deutschlands fette Jahre sind vorbei
>>> und der wirtschaftliche Abstieg ist noch lang nicht zuende.

>> Warum koennen wir nicht so weiter machen, wie es
>> jahrzehntelang funktioniert hat?

> DAS geht schon allein deswegen nicht, weil wir(TM)
> exorbitant hoch verschuldet sind. Der Staat steht bei den
> Banken mit ca. 1,35 Bio. Euro in der Kreide, und muss bereits
> neue Kredite aufnehmen, nur um die Zinsen fuer die alten
> Kredite bezahlen zu koennen.

Bedenke, dass diejenigen, von denen das Geld geliehen wurde, was
dagegn haben, wenn der Staat sich ploetzlich bei ihnen kein Geld
mehr leiht. Dann verlieren sie an Einfluss.

> Wie wuerde man das nennen, wenn es
> sich bei Deutschland um eine AG oder GmbH handelte? Richtig,
> »insolvent« wuerde man das nennen, in vulgo: PLEITE! Jeder
> Betrieb waere in dieser Lage reif fuer den Konkursrichter,
> DARUM koennen wir(TM) nicht einfach so weiterwurschteln wie
> bisher!

Es wird aber so getan, als ob der Staat der BWL unterliegt.
>
> 1,35 Billionen, das ist eine Zahl mit 13 Stellen, und in
> jeder Sekunde erhoeht sich diese Summe um weitere 2186 Euro!
> Du kannst die Zahl taeglich abfragen, und zwar hier:
> http://www.steuerzahler.de

Es waere allerdings angebracht, sich zu ueberlegen, ob bei den
niedrigen Zinsen nicht umzuschulden sei.
>
> Eben dort findest Du auch Informationen, was unser lieber
> Staat mit dem Geld so macht: Er wirft es mit vollen Haenden
> zum Fenster hinaus! Durch Schlamperei und Fehlplanungen gehen
> jedes Jahr, ich wiederhole, JEDES JAHR (in Worten) dreissig
> Milliarden Euro durch den Kamin, ohne dass irgend jemand davon
> einen Nutzen haette.

Es haben immer Menschen Nutzen von der Ausgabe dieses Geldes.
Oder meinst Du, die wuerden freiwillig auf derarte Einkommen
verzichten und arbeiten gehen wie unsereiner? Die Einsparung von
Kostenauf der einen Seite sind die Einsparung von Einkommen auf
der anderen Seite. Der Kohl hat langfristige Kredite zu sehr
hohen Zinsen aufgenommen. Die laufen noch einige Jahre. Niemand
wird einen Schuldschein, der noch bis 2010 mit 8 oder 9 %
verzinst wird, einloesen, oder? Jetzt gibts eh nur noch die
Haelfte an Zins.

Tschau

>
> Beispiele gefaellig?
>
> Gerne!
>
> Irgend wo in der Republik befindet sich ein Bahnuebergang (den
> Name des Ortes habe ich nicht mehr im Kopf). Da die
> Bahnstrecke neuerdings auch von schnell fahrenden ICE-Zuegen
> benutzt wird, darf dieser Bahnuebergang nicht sein, also muss,
> so besagt die Vorschrift, dieser Bahnuebergang durch eine
> Bruecke ersetzt werden. So weit, so schoen, aber rechts und
> links von eben diesem Bahnuebergang stehen bereits zwei
> Bruecken, jeweils im Abstand von ca. 100 Meter. Dieses Bauwerk
> ist also so ueberfluessig wie ein Kropf! Aber Vorschrift ist
> Vorschrit, die dritte Bruecke wird gebaut, koste es was es
> wolle. :-(
>
> Anderes Beispiel, auch wieder an einer Bahnstrecke. Da ist
> eine alte Unterfuehrung (historisch wertvoll), jedoch ist sie
> so schmal, dass immer nur ein Fahrzeug passieren kann, will
> sagen, faehrt einer von A nach B, dann muss derweil jener, der
> von B nach A fahren will, ein Weilchen warten. Das kommt
> allerdings nur selten vor, ALDIweil diese Strasse kaum
> befahren wird. Dennoch ward von Amtswegen beschlossen, diese
> Bruecke muss abgerissen, und gegen eine neue ersetzt werden.
> Kosten: ca. 500.000 bis 1.000.000 Euro.
>
> Gewiss, es besteht Gefahr der frontalen Kollision, wenn
> tatsaechlich mal zwei entgegenkommende Fahrzeuge gleichzeitig
> diese Engstelle passieren wollen, und dem will man abhelfen.
> Eine einfache Ampelanlage fuer ca. 30.000 Euro, die diese
> Engstelle abwechselnt fuer jeweils eine Richtung freigaebe,
> taete diesem Zweck genuegen. Jedoch, so sagt der Amatmann, sei
> diese nicht zu begruenden, weil dafuer waere das
> Verkehrsaufkommen nicht gross genug.
>
> Noch ein drittes Beispiel. Der Brueller des vorigen Jahres war
> ein kommunales Parkaus. Auf dem Dach desselbigen richtete man
> spezielle Abstellplaetze fuer Caravans ein, ganz comforttabel
> mit Stromanschluss, sowie mit Wasser und Abwasser. Der Witz
> der Sache ist, die Einfahrt zum Parkhaus hatte die uebliche
> Hoehe von knapp zwei Meter! Wollte wirklich ein Camper seinen
> Wohnwagen dort abstellen, muesste er sich mit einem Kran auf
> das Dach hiefen lassen, und kaeme ohne denselbigen dort auch
> nicht wieder runter! =-O
>
> Das sind nur drei ausgewaehlte Beispiele, aber es hat
> derselbigen viele! Und wie gesagt, summa summarum macht das
> jedes Jahr 30.000.000.000 Euro, die schlicht einfach und
> ergreifend durch den Kamin gehen.
>
> Interessant daran ist, das ist zufaellig ungefaehr die Summe
> der jaehrlichen Neuverschuldung, will sagen, ohne diese
> Schlampereien und Fehlplanungen haette unser Eichels-Hans
> einen ausgeglichenen Haushalt umd muesste nicht laenger den
> blauen Brief aus Bruessel fuerchten! Dort also waere ein grosses
> weites Feld, auf dem man vortrefflich reformieren koennte, nur
> DAS geschieht offensichtlich nicht. Auch war noch nie ein
> Verantwortlicher zur Rechenscahft gezogen, denn alle sind sie
> ja »treue Diener des Staates«, und tun doch »nur ihre
> Pflicht«, nicht wahr? :-(

>> Ich meine, entweder haben wir uns waehrend dieser Zeit
>> bereits so verschuldet, dass mit noch so stark angezogenem
>> Guertel nichts mehr zu retten ist, oder aber das System
>> funktioniert auch ohne dass wir den Guertel enger schnallen.

> Nun, dass sich etwas aendern muss, habe ich hoffentlich deutlich
> gemacht, aber es aendert sich ja nix! Auch am Ende dieses
> Jahres wird der Bund der Steuerzahler wieder ein Schwarzbuch
> auflegen, und auch darin werden wie gehabt Schlampereien und
> Fehlpanungen im Gesamtwert von ca. 30 Mrd Euro aufgelistet
> sein. Und just damit der Staat es tun kann, sucht er neue
> Einnahmequellen, und findet diese ausgerechnet bei den
> Aermsten und Schwaechsten im Lande.
>
> Und das ist nur ein Aspekt der Misere. Dazu kommt noch die
> penetrant zunehmende Raffgier der Wirttschaftsmagnaten, die
> ihr uebriges zur Pauperisierung des Volkes beitragen. Am Ende
> werden wir, aehnlich wie in einer mittelalterlichen Monarchie,
> eine hauchduenne aber stinkreiche Oberschicht haben, und ein
> Volk das sich Sorgen machen muss um das nacke Ueberleben. Auch
> den sogenannten »Mittelsatnd« wird es dann nicht mehr geben,
> dieser wird in die pauperisierte Unterschicht absinken.
>
> Fuer wahr, wir BRAUCHEN Reformen so dringend wie der Fisch
> das Wasser, aber so wie es derzeit gemacht wird, kann es
> nicht funktionieren!
>
>
> Glueckauf!
>
> Erika Ciesla (Mannheim/Germany)
>
> --
> http://home.t-online.de/~erika.ciesla
>
> PS. 1. f2-f4 e7-e6
> 2. g2-g4 Dd8-h4++ :-)

Werner
--
Das Menschenrecht auf Leben wird von denen verliehen, die dieses
den Menschen auch wieder nehmen. Es ist nur ne Frage der Macht!
* Origin: "del Nazi"*.* or "format Nazibrain/autotest"

Autor: w.th-sch@gmx.de (Werner Thiele-Schlesier) (2004-04-16 19:44:00)

Hallo Dario,

am 15.04.04, 20:19 schrieb garfield berlin@gmx.de in spd folgendes
zu Re: Die Sonderwirtschaftszone Ost...:


>> Warum koennen wir nicht so weiter machen, wie es
>> jahrzehntelang funktioniert hat? Ich meine, entweder haben
>> wir uns waehrend dieser Zeit bereits so verschuldet, dass mit
>> noch so stark angezogenem Guertel nichts mehr zu retten ist,
>> oder aber das System funktioniert auch ohne dass wir den
>> Guertel enger schnallen.

> Die Zeiten haben sich geaendert. Stichwort: Globalisierung.

Wenn hier die Loehne zu hoch sind, warum sind denn dann nicht die
meisten arbeitsplaetze in Somalia?

Tschau

Werner
--
Das Menschenrecht auf Leben wird von denen verliehen, die dieses
den Menschen auch wieder nehmen. Es ist nur ne Frage der Macht!
* Origin: "del Nazi"*.* or "format Nazibrain/autotest"

Autor: w.th-sch@gmx.de (Werner Thiele-Schlesier) (2004-04-16 19:44:00)




Autor: w.th-sch@gmx.de (Werner Thiele-Schlesier) (2004-04-16 19:44:00)

Hallo Dario,

am 15.04.04, 20:19 schrieb garfield berlin@gmx.de in spd folgendes
zu Re: Die Sonderwirtschaftszone Ost...:


>> Warum koennen wir nicht so weiter machen, wie es
>> jahrzehntelang funktioniert hat? Ich meine, entweder haben
>> wir uns waehrend dieser Zeit bereits so verschuldet, dass mit
>> noch so stark angezogenem Guertel nichts mehr zu retten ist,
>> oder aber das System funktioniert auch ohne dass wir den
>> Guertel enger schnallen.

> Die Zeiten haben sich geaendert. Stichwort: Globalisierung.

Wenn hier die Loehne zu hoch sind, warum sind denn dann nicht die
meisten arbeitsplaetze in Somalia?

Tschau

Werner
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Das Menschenrecht auf Leben wird von denen verliehen, die dieses
den Menschen auch wieder nehmen. Es ist nur ne Frage der Macht!
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