Autor: "Wolfgang" (2005-03-27 13:13:57)
sind noch nicht vorbei, deshalb, oder auch deswegen hier noch einmal der
f-t-a newsletter in fast voler Länge, ins Netz gestellt von:
http://gerechterewelt.tk/
man kann den Newsletter und noch mehr, z.B.
"Ein Gi, der nicht mehr morden will"
in so 30 Minuten nachlesen.
Alle Ostermärsche:
http://www.friedenskooperative.de/om05term.htm
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Moin moin allerseits und frohe Ostern,
Nur zur Erinnerung: Ostermärsche sind auch heute und morgen. Es gibt
für viele Menschen immer noch die Chance, zu sagen: ich war 2005
auch dabei ;-).
Ach ja, die URL für das FTA-Flugi und den Roh-Text von Connection zu
Blake LeMoine muß ich nachtragen. Entweder über die Hauptseite und
"FTA - Nützliches" oder als Deep Link:
http://friedenstreiberagentur.de/lemoine/2005 lemoine.html
1. Papiertiger BRD oder: Ein Richter schießt auf Spatzen
2. Bilder lügen nicht - aber Medien mit ihrer Hilfe
3. Ein Wirtschaftskiller wechselt die Seite
4. Friedensbewegung ist kein Regenwurm
5. Chomsky, dreifach gelesen
6. Die Zukunft der Bundeswehr: Häuserkampf in aller Welt
7. Front-Frau Beer
8. Der Femin- des Imperialismus
9. Ergänzungen
~~~~~~~~~~~~ Solidarität mit Fischer!
~~~~~~~~~~~~ Dubioses Treiben bei Hamburger Ausländerbehörde
~~~~~~~~~~~~ Baskenland: "Aukera Guztiak" gegründet
~~~~~~~~~~~~ Vietnam vor dreißig Jahren: die Befreiung
10. Ostermarsch Rheinland 2005 in Düsseldorf (Doku)
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1. Papiertiger BRD oder: Ein Richter schießt auf Spatzen
Wie ein Papier die Bundesrepublik anscheinend bis in ihre Grundfesten
bedrohen kann, schildert das Beispiel von Friedensaktivisten wie Hanna
Jaskolski, Hermann Theisen und Wolfgang Sternstein.
Fest verankert in preußisch-militaristischer Tradition urteilte
Amtsrichter Johann, dass durch das Flugblatt eine Gefahr für die
Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland" ausgehe. Eine
eventuelle Befehlsverweigerung von Soldaten gefährde die
Schlagkraft der Truppe". Die Aufforderung im Flugblatt, mit
Kameraden über die Unrechtmäßigkeit der nuklearen Teilhabe
zu
sprechen, versteht er als Aufforderung zur Zusammenrottung", die
zu einer effektiven und gefährlichen Gruppendynamik zur Begehung
von Wehrstraftaten" führen könne.
Lebenshaus Alb
Gefährdet Flugblatt die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland?
http://www.lebenshaus-alb.de/mt/archives/002861.html
m.w.N.
Wenn es denn wirklich so wäre, wie das tapfere Richterlein, welches
sich mutig den Pazifisten - allein gerüstet mit der Macht der Robe
und der Paragraphen - entgegenstellte: wir könnten eine friedlichere
Welt haben. Zumindest keine deutschen Soldaten in Angriffskriegen und
mit Besatzungsaufgaben.
Dem Richter sei Nachdenken empfohlen, ob er mit den Kanonen des
Gesetzes wirklich auf die Spatzen schießen sollte, die nur den
Frieden wollen. Oder ob er sich nicht mit anderen Juristen zusammentun
sollte, um diese Kanonen auf die militärischen Raub-Saurier dieser
Zeit zu richten.
Auch das könnte natürlich eine "Zusammenrottung" sein,
allerdings eine,
die zu einer effektiven und gefährlichen Gruppendynamik zur
Verhinderung von Völkerrechtsbrüchen führen könnte.
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2. Bilder lügen nicht - aber Medien mit ihrer Hilfe
Einen besonders drastischen Fall von Medienlüge und -hetze wurde jetzt
bei der Münchener "tz" entdeckt. Es ist - bei allem Zweifel, der
einen
zunächst packt - kein verfrühter und miserabler April-Scherz, sondern
ein besonderes Lehrstück an Dreistigkeit. telepolis spießt den Fall
auf, bei dem - wie so häufig in diesem Staate - die Immigranten, zumal
die nicht legal ins Land kommenden, die Opfer sind:
Die Schleuser beschäftigen die Nation. In Berlin beschäftigt
sich
ein Untersuchungsausschuss mit der Visa-Affäre und längst
herrscht in den Köpfen wieder die Vorstellung, dass uns die
Ausländer aus allen Richtungen überrollen, um hierzulande
schwarz
zu arbeiten oder sich als Zwangsprostituierte ausbeuten zu
lassen.
Bei einem so emotionalen Thema muss natürlich entsprechend
beeindruckendes Bildmaterial her und wenn es keins gibt, dann
bedient man sich eben woanders - zum Beispiel bei den
US-Behörden. Mit einer neuen Bildbeschreibung wird aus einem
alten Foto ein aktuelles.
Unbedingt weiterlesen bei
telepolis 26.03.2005 (Naica-Loebell):
Eingeschleustes Bild
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19758/1.html
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3. Ein Wirtschaftskiller wechselt die Seite
Wirtschaftskiller ist kein Lehrberuf.
Ein Wirtschaftskiller tötet Menschen nicht direkt, er tötet das
wirtschaftliche Umfeld, in dem und von dem sie leben: die Ökonomie
ihres Staates.
Der heute 60-jährige Amerikaner John Perkins hat in seinem neuen
Buch "Bekenntnisse eines Economic Hit Man" ungeheuerliches
enthüllt. Im Alter von 26 Jahren wurde er von der National
Security Agency der USA rekrutiert und bereiste im Auftrag der
internationalen Beratungsfirma Main die Welt. Seine Aufgabe
bestand darin, mit Hilfe manipulierter, scheinbar
wissenschaftlich fundierter Machbarkeitsstudien und
Wirtschaftsprognosen politische Maßnahmen umzusetzen, um die
Interessen der US-amerikanischen und internationalen Koalition
von Regierungen, Banken und Unternehmen zu fördern.
Was an den Bekenntnissen "dran" ist - und was nur, positiv
formuliert, subjektive Wahrnehmung Perkins ist - kann nicht beurteilt
werden.
Perkins hat nach eigenen angaben die Frinten gewechselt und dafür
einige gute Gründe. Er ist jetzt:
...ein Vorreiter für umweltfreundliche Energiegewinnung in den
USA und unterstützt die Indianer in den Regenwäldern
Lateinamerikas. Dass er 25 Jahre mit seiner
Enthüllungs-Biographie gewartet hat, erklärt er mit Feigheit und
Bestechung. Doch der 11. September habe das geändert. "Ich bin
60
Jahre alt und habe eine 20-jährige Tochter", sagt Perkins.
"Ich
weiss eines: Ich will auf meinem Totenbett - egal ob morgen oder
in 30 Jahren - zurückblicken können und sagen: Ich habe in den
letzten Momenten meines Lebens alles mir mögliche getan, um die
Welt zu einem besseren Ort zu machen, für meine Tochter und ihre
Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt."
Weiterlesen kann man nach diesem Ausrissen bei
3sat 22.03.2005 (Gradenwitz):
Bekenntnisse eines Wirtschaftskillers
John Perkins offenbart die Machenschaften der Weltbank
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/lesezeit/77519/index.html
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4. Friedensbewegung ist kein Regenwurm
Wo war die bundesdeutsche Friedensbewegung am internationalen
Aktionstag gegen den Irak-Krieg, als aus dem Ausland fünf- bis
sechsstellige Demonstrantenzahlen gemeldet wurden?
Die richtige Antwort könnte tusammengefaßt so aussehen: die
Friedensbewegung ist kein Regenwurm, der sich beliebig oft teilen
kann.
Etwas länger - aber im Prinzip genau so - fällt die Antwort aus, wenn
die jW Peter Strutynski, einen der Sprecher des Bundesausschusses
Friedensratschlag, zur Situation der bundesdeutschen Friedensbewegung
kritisch interviewt.
jW 26.03.2005 (Pomrehn):
"Nicht jedes Wochenende auf der Straße"
Deutsche Friedensbewegung war am Aktionstag gegen den Irak-Krieg kaum
beteiligt. Neben Ostermärschen wenig Fähigkeit zur Mobilisierung
http://www.jungewelt.de/2005/03-26/020.php
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5. Chomsky, dreifach gelesen
Chomsky ist auf Deutschland-Tournee, nur noch ein Auftritt am
Ostermontag in Leipzig, dann ist er wieder weg.
Chomsky ist inzwischen durch seine beherzte Kritik, die er seit dem
ElftenNeunten durchgängig an den US-Regierungen geübt hat, und wegen
seiner Weigerung, der staatlich anempfohlenen Verschwörungstheorie den
gehörigen Glauben zu schenken, nicht in allen Medien wohlgelitten.
Übelgelitten ist er deshalb beispielsweise beim Spiegel, der der Mär
-
wie alle anderen auch: unbewiesen - von den 19 respektive 20
arabischen Entführern mit Teppichmessern anhängt. Doch kann er ihn
auch nicht einfach links liegen lassen. So kommt ein Verriß heraus,
so wenig elegant geschrieben, daß man verstimmt darüber ist. Auch
Verrisse können Lese-Charme haben.
Besser angesehen ist Chomsky natürlich bei der jW, deren Artikel
allerdings merkwürdig unvollständig wirkt. Ob da etwas der
Platzknappheit im Blatt zum Opfer gefallen ist? Bei etwas mehr Raum
wäre vielleicht etwas Ähnliches wie bei telepolis zu erwarten
gewesen.
Spiegel 25.03.2005 (Volkery):
Der Großvater der Amerika-Kritiker
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,348276,00.html
jW 25.03.2005 (Neuber):
Zerstörende Einwirkung
http://www.jungewelt.de/2005/03-26/024.php
telepolis 25.03.2005 (Merschmann)
Das Interesse der Macht an der Verdummung der Massen
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19753/1.html
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6. Die Zukunft der Bundeswehr: Häuserkampf in aller Welt
Vor kurzem war zu berichten, daß sich die Spezialisten des Low
Intensity War aus aller Welt - darunter auch aus der BRD - ein
Stelldichein in Israel gegeben haben. Die Mentoren des Workshops
hatten israelische und amerikanische Pässe.
siehe FTA Nr 80/2005 vom 24.03.2005
"Low Intensity"-Kriege und die BRD
http://onliner.pointclark.net/public/f-t-a
2005/Maerz/050318.htm
Jetzt heißt es bereits, daß die Bundeswehr verstärkt bei ihren
Auslandseinsätzen mit Häuserkampfszenarien rechnen und dafür
trainieren muß.
Die Bundeswehr muß ihre Fähigkeiten zur Kriegführung in
Städten
ausbauen, also den »Häuserkampf« trainieren. Dies
empfiehlt ein
»Diskussionspapier« der »Stiftung Wissenschaft und
Politik«
(SWP/ siehe Auszüge unten). Wie es in dem Entwurf des
regierungsnahen Berliner Thinktanks heißt, werden die
Schauplätze zukünftiger Kriege immer häufiger in
Städten zu
finden sein. Als Beispiel gilt die »Operation
Morgendämmerung«
gegen Falludscha.
Daß man ausgerechnet Falludscha als Beispiel gewählt hat, ist gleich
in mehrfacher Hinsicht makaber.
Eine Stadt mit mehreren Hunderttausend Einwohnern wurde durch
Bombardements förmlich entvölkert, 1.200 Menschen starben allein nach
Angaben der US-Militärs. Sie werden alle unterschiedslos als
"Feind"
an den Skalpgürtel gehängt, denn sie sind tote Iraker und Freunde
töten die US-Soldaten bekanntlich nicht.
Die Stadt wurde bei ihrer "Befreiung" weitestgehend zerstört.
Krankenhäuser wurden mit militärischer Präzision verwüstet,
sakrale
Stätten unnötig entweiht.
Daß Gefangene gemacht wurden, ist nicht bekannt.
Das Kriegsziel, den Anführer der Feinde zu fassen, wurde verfehlt.
Falls er jemals dort gewesen sein sollte: er konnte entkommen, obwohl
er mit einer Beinprothese nicht gerade der "Idealflüchtling"
ist.
Und die Angreifer erlitten die höchsten Verluste bei einer einzelnen
Operation im Irak seit Kriegsbeginn.
Alles in allem erinnert Falludscha mehr an Wehrmachtsangriffe im
zweiten Weltkrieg als an einen "modernen", so genannten sauberen,
Krieg.
Und das soll Vorbild für die Bundeswehr sein?
Mal abgesehen davon, daß die "Operation Morgendämmerung" -
besser:
Morgen-Grauen - einmal mehr den Beweis dafür liefert, daß die Kriege
der USA eine "Operation Abenddämmerung" für das
Völkerrecht sind.
Und der israelische Häuserkampf soll ein Vorbild sein?
Auch er spielt sich außerhalb des Völkerrechts ab. Diese Aktionen
sind in der Regel nicht so spektakulär, weil immer nur relativ wenige
Menschen betroffen sind, die zudem keine Lobby für sich mobilisieren
können wie ihre Gegner.
Jetzt käme wahrscheinlich von Seiten der Kriegsfreunde der Einwand,
daß man so etwas doch bitteschön wertfrei sehen müsse, allein
auf den
militärischen Inhalt, auf die Methodik, komme es doch an.
Doch an diesem Punkt waren wir schon einmal, nach dem zweiten
Weltkrieg. Damals mußte der verbrecherische Angriffskrieg der
Wehrmacht ebenfalls "wertfrei" gesehen werden. Andernfalls hätte
man
die ganze Wehrmacht zu einer verbrecherischen Organisation erklären
müssen. Der Aufbau einer Bundeswehr wäre mit Angehörigen einer
Verbrecherbande schlecht möglich gewesen.
Man hätte - das wäre gewiß ein besserer Weg gewesen, wenn man
denn
eine Armee haben wollte - eine Armee mit Widerstandskämpfern haben
können. Doch die wäre wiederum im Kalten Krieg kein brauchbares
Instrument gewesen. Also mußten die Hitler-Soldaten und -offiziere
noch einmal ran. Und so wird auch heute noch "wertfrei" braune
Tradition mithilfe von Bundeswehrsoldaten gepflegt (siehe Mittenhofen,
siehe bis eben noch Kasernen, die Mölders & Co im Namen huldigen)
Wertfrei? Nie wieder!
jW 26.03.2005 (Preiß):
Aus Falludscha lernen
Deutsche Militärberater: Bundeswehr soll verstärkt Häuserkampf
trainieren. Als Orientierung dienen Aufstandsbekämpfung im Irak und in
Palästina
http://www.jungewelt.de/2005/03-26/015.php
Die Studie liegt als .pdf vor:
SWP, Januar 2005 (Lange):
Falludscha und die Transformation der Streitkräfte
Häuserkampf in Städten als dominante Kernfähigkeit der Zukunft?
http://www.swp-berlin.org/common/get
document.php?id=1183&PHPSESSID