Autor: "G.Lange" (2005-03-03 19:51:23)
Hariris Ermordung war erst der Anfang
von Ramzy Baroud
ZNet 27.02.2005
Im Moment wäre es ziemlich sinnlos, über den wahren Mörder des
liba-
nesischen Ex-Premiers Rafiq al-Hariri zu spekulieren. Vordringlich
ist es, herauszufinden, was hinter dem Mord steckt. Der Mord ist von
großer Bedeutung im israelisch-arabischen Konflikt (insgesamt) und
für die Kräfteverhältnisse in der Region - hinsichtlich der
Neuge-
staltung der libanesischen Rolle nämlich. Die Explosion vom 14.
Februar ereignete sich in Beirut, die Schockwellen aber waren in
Damaskus zu spüren. Die Flut wendet sich gegen Syrien - und das sehr
schnell. Sowohl Israel als auch die USA stehen bewaffnet parat, der
syrischen Hegemonie im Libanon ein Ende zu bereiten. Seien wir uns
nicht zu sicher, dass die israelisch-amerikanische Handlungsweise
durch echte Besorgnis, was die Souveränität des Libanon angeht,
motiviert ist. Nur ein paar Meilen östlich liegt der Irak, und wirk-
liche staatliche Souveränität ist das Letzte, um was es Washington
im Irak derzeit geht, glauben Sie mir. Bei Betrachtung der kurzen
aber blutigen geschichtlichen Schnittstelle zwischen Libanon und
Israel kommen wir zu einem ähnlichen Schluss: Ein souveräner Staat
Libanon steht nicht auf der Agenda Israels. Im Gegenteil: Israel
fährt unvermindert fort, die Souveränität des Libanon zu
verletzen.
Syrien soll aus dem Libanon verschwinden. Seine dortige Präsenz
stärkt Syriens Macht als Regionalmacht, sodass Syrien bei künftigen
Verträgen mit Israel in der Lage wäre, die Bedingungen zu diktieren
- das Gleiche gilt für Verträge zwischen Libanon und Israel.
Ohne Frage ist es unethisch, dass der Libanon den Schlüssel zur
eigenen Zukunft nicht selbst in Händen hält. Allerdings ist es
nicht die zwielichtige syrische Position, die Israel mit Besorgnis
erfüllt. Israel ist nach wie vor ein winziges Land - trotz seiner
militärischen Überlegenheit. Gegen mehrere Staaten gleichzeitig
kommt es nicht an. Man stelle sich vor, der verstorbene Palästi-
nenserführer Jassir Arafat hätte sich geweigert, einen Separat-
frieden mit Israel zu unterzeichnen und Jordanien, Syrien und die
übrigen Länder hätten es ihm gleichgetan: Israel hätte es
viel
schwerer. Und wie viel härter wäre Israels Aufgabe, hätte
Ägypten
jede Normalisierung seines Verhältnisses zu Israel von einem
vollständigen Rückzug der Israelis von besetztem arabischem Land -
gemäß internationalem Recht - abhängig gemacht.
Verständlich, warum
Israel offensichtlich so wenig an einer Verhandlungslösung in einem
Zug liegt. Zum einen ist Israel in politischer, wirtschaftlicher wie
militärischer Hinsicht jedem seiner arabischen Nachbarn überlegen,
sofern dieser allein steht. Zum andern steht Israel selbst natürlich
nie allein - auch wenn es ständig den populären Mythos verbreitet,
Opfer zu sein. Israel mangelte es nie an Unterstützung, Israel wurde
verteidigt und angefeuert, weiter zu machen - von wechselnden US-
Regierungen:US-Administrationen, die die israelischen Ziele und
Territorialambitionen bewusst über das eigene nationale Sicherheits-
interesse stellten - was viele verwundert registrierten.
Stets ging es darum, den einzelnen arabischen Staat vom Rest zu
isolieren. Man hat sie unter Druck gesetzt, gelockt, oder es wurde
grundlos auf sie eingeprügelt(siehe Ägypten, Jordanien oder die
Palästinenserführung), bis endlich ein Friedens-Deal nach Israels
Gusto erzielt war. Syrien bzw. der Libanon hatten im Umgang mit
Israel bislang eine andere Dynamik. Man denke zunächst an den
libanesischen Widerstand, der bewiesen hat, dass Israel sich nur
an internationales Recht hält, wenn es dazu gezwungen wird. Dies
zeigt der erzwungene israelische Rückzug aus dem Libanon im Mai
2000 und die UN-Resolution 425, die Israel wenigstens zum Teil
erfüllt hat. Für Israel ein äußerst alarmierender und
gefährlicher
Präzedenzfall. Sofort nach dem israelischen Rückzug aus dem Libanon
prophezeite ich in einem Artikel einen Palästinenseraufstand -
einen Aufstand, der den Palästinensern aus der Kraft und Dynamik
des Siegs der Libanesen erwachsen werde. Kurz darauf brach die
Intifada aus. Die hoch wirbelnden Fahnen der Intifada zeigten zu
diesem Zeitpunkt vorwiegend Hisbollah-Slogans. Rechnen Sie Zwei und
Zwei zusammen. Der israelische Rückzug aus dem Libanon - zweifellos
eine Demütigung. Neben der militärischen Niederlage grämte
Israel
vor allem, dass es die Bühne freigeben musste für die politische
Neuordnung des Libanon - eine Neuordnung, die nicht Israels Werk
sein würde. (Man erinnere sich zurück an die Scheinwahlen, die
Israel
abhalten ließ, als es 1982 den größten Teil des Libanon
besetzte,
und man denke an den "gewählten" Falangistenführer Bashir
Jumail
(der später einem Attentat zum Opfer fiel). Israel hatte Jumail
installiert. Dessen zugedachte Aufgabe war es, den Libanon in Stell-
vertretung zu regieren, in Wirklichkeit wurde der L. von Tel Aviv
aus regiert).
Was aber versprechen sich die USA? Die Regierung Bush hat im Libanon
nichts zu schaffen. Es gibt dort keine natürlichen Ressourcen,
die man ausplündern kann, keine "Domäne" des Imperiums,
die es zu
schützen gilt und keine vorgebliche Schlacht gegen den Terrorismus.
Der Libanon war ein stabiles Land (trotz aller politischen und
sektiererischen Scharmützel), ein Land das eine positive Demokratie-
erfahrung genoss, ein Land, mit der bei weitem freiesten Presse der
arabischen Welt. Dank pro-israelisch neokonservativer Elemente in
Washington geht die Bush-Regierung von einer falschen Voraussetzung
aus - dass Syrien hinter den Spannungen in der Region steckt, Syrien
müsse "stabilisiert" bzw. angegriffen werden. Viele
libanesische
Dissidenten machen sich zu bereitwilligen Verbündeten der Neocons.
Sie sind bereit mitzuspielen (und wiederholen so die Rolle, die die
irakische Opposition für Washington spielte, kurz bevor es zum Sturz
der Saddam-Regierung kam). Die libanesischen Dissidenten wollen ein
Ende der syrischen Rolle im Libanon. Gemeinsam schmiedete man im
Jahr 2003 das Gesetz: Syriens Verantwortung und die Wiederherstel-
lung der libanesischen Souveränität. Mit Hilfe seiner Dissidenten-
Verbündeten sendet Washington alle erdenklichen Signale an Syrien,
um deutlich zu machen: Es kann euch genauso gehen wie dem Irak.
Allerdings wird hier eine gewisse Dichotomie deutlich. Natürlich ist
man sehr daran interessiert, dass Syrien und der Libanon gezwungen
werden, Friedensgespräche mit Israel zu führen - zu israelischen
Bedingungen (eine agile Gruppe in Washington orchestriert die US-
Unterstützung entsprechend bzw. manipuliert). Andererseits stehen
weder genug Finanzmittel noch Truppen für ein konventionelles
Militärengagement gegen Damaskus bereit (und es fehlt an Unter-
stützung im Volke, wobei das das kleinere Problem wäre).
Frühere
US-Interventionen, vor allem in Zentralamerika, haben gezeigt: Wo
es nicht möglich ist, direktes militärisches Eingreifen
öffentlich
zu vermitteln bzw. politisch und finanziell durchzuhalten, wird zum
Mittel der Geheimoperation gegriffen. Was Seymour Hersh hinsichtlich
verdeckter US-Operationen im Iran zutage förderte, hat den Verdacht
vieler bestätigt: Die US-Regierung versucht auf Umwegen, gegen den
Iran vorzugehen - um die Macht eines der letzten noch aufrechten
Feinde Israels zu brechen.
Die Ermordung Rafiq al-Hariris - ganz gleich, ob nun der israelische
Geheimdienst direkt dahintersteckt oder eben ein anderer - wird
von Leuten ausgenutzt, denen daran gelegen ist, Israel zum einzigen
Machtfaktor in der Region zu machen. Das Hariri-Attentat war eine
Provokation - eine Provokation, wie wir sie vor großen
Militäropera-
tionen oder großen politischen Umwälzungen sehen. Letzteres ist
hier wahrscheinlicher. Der Abzug des US-Botschafters aus Syrien -
zu "dringlichen Konsultationen" - verbunden mit einer organisierten
Antisyrien-Kampagne werden ihr Übriges tun, diesen Zweck zu
erfüllen.
Zu glauben, die syrische Präsenz im Libanon diene dem Schutz des
Libanon, wäre eine Illusion - bei weitem nicht. Was Damaskus beun-
ruhigt, ist die Vorstellung, bei einem möglichen Rückzug aus dem
Libanon einen wichtigen strategischen Partner zu verlieren. Hinzu
kommt, eine erneute Destabilisierung der kleinen arabischen Republik
Libanon - direkter Nachbar Syriens - würde die Ausgangslage für
alle
künftigen Friedensgespräche grundlegend verändern. Israel
hielte alle
Trümpfe in der Hand.
Das libanesische Volk hat ein Recht auf volle Souveränität und kann
dieses Recht einfordern. Aber was für eine Tragödie, sollte der
Libanon den arabischen Nachbarn los werden, nur, um einem fremden
Feind in die Hände zu fallen - einem Feind, der vor wenigen
Jahren Zehntausende Libanesen tötete. Für Libanon eine schwierige
Situation - nicht weniger für Syrien, das sich auf Gnade und Ungnade
einem hungrigen Raubtier ausgeliefert sieht, das zum tödlichen
Sprung ansetzt. Vielleicht werden wir nie erfahren, wer hinter der
Ermordung Rafik al-Hariris steckt, aber wer wird als Einziger von
den politischen Unruhen profitieren, die sein Tod mit ziemlicher
Sicherheit heraufbeschwöret? Israel.
Der erfahrene arabisch-amerikanische Journalist Ramzy Baroud ist
Chefredakteur von PalestineChronicle.com
( editor@palestinechronicle.com )
Übersetzt von: Andrea Noll
Orginalartikel: "Assassination of Hariri is Only the Prelude"
http://www.zmag.de/
artikel.php?id=1362&PHPSESSIDW3a667b8376f3cfe92aca0ceaf589ef
* * *
115 die in a single blast today in Iraq and 30 U.S.
Soldiers die in 13 days. BRING THE TROOPS HOME NOW.
Les Blough, Editor, Axis of Logic
Feb 28, 2005, 19:36
Iraqi citizens and U.S. military personnel continue to die in growing
numbers on both sides and there is reason to believe that the Bush
regime has been lying to the world about the numbers of dead and
wounded.
Today in Hillah, Iraq, the Iraqi resistance carried out a successful
military operation attacking police and national guard who were
recruited by the U.S. military. Associated Press reported at least
115 were killed and 132 were wounded
( http://abcnews.go.com/International/wireStory?idS9473&page=1
).
Dia Mohammed, the director of Hillah General Hospital, indicated
that the attack came when most of these recruits were waiting
to take physicals after joining the U.S.-led occupation forces,
according to the AP report. We must remind ourselves that these
recruits are as much victims as any Iraqi child who has been killed
by the U.S. invasion. With rampant unemployment and no way to feed
themselves and their families, they are being forced into military
service against their own people and against their own will by the
U.S. invaders. They and their families are damned by poverty and
hunger if they dont join the U.S. puppet army and damned by bullets
if they do.
Todays mass killing added to the number of Iraqi deaths which total
well over 100,000 since the U.S. invaded the country 2 years ago. As
U.S. citizens we must lay responsibility for this hellish nightmare
where it belongs - at the feet of George Walker Bush, Dick Cheney,
the rest of the regime and the U.S. legislators and senators who
have supported the war and occupation from the beginning. These mass
killers must be brought to justice before the world spins further
out of control. There is no end in sight to the savagery and not a
single reason to believe that their appetite for blood will be sated.
They must be stopped because they will not stop on their own.
But these killers are not only responsible for the deaths of so many
Iraqi men, women and children. They are also responsibile for the
growing number U.S. military men and women who have been killed in
this war. Many if not most of these recruits also ended up in Iraq
to avoid unemployment and economic hardship. Now there is reason
to believe that the U.S. government and the Pentagon have been lying
about the numbers of their own soldiers who have been killed and
wounded.
Brian Harring, writing for TBR News
( http://www.tbrnews.org/Archives/a1390.htm ) reported that 30
more U.S. soldiers died in Iraq in the first 13 days this month
alone. By February 13, the official government count of U.S.
military dead was 1532 and rising. TBR News reports that as of
January 1, 2005, about 6,210 U.S. Military Personnel who died in
German hospitals or en route to German hospitals ARE NOT COUNTED
IN THIS TOTAL.
Is the U.S. Government lying to U.S. citizens about the number of
U.S. soldiers who have been killed and are being killed in Ira
TBR News has this to say:
"There is excellent reason to believe that the Department of Defense
is deliberately not reporting a significant number of the dead in
Iraq. We have received copies of manifests from the MATS that show
far more bodies shipped into Dover AFP than are reported officially.
The educated rumor is that the actual death toll is in excess of
7,000. Given the officially acknowledged number of over 15,000
seriously wounded, this elevated death toll is far more realistic
than the current 1,400+ now being officially published. When our
research is complete, and watertight, we will publish the results
along with the sources. Ed"
While the government lies about the dead and wounded, war
profiteers continue to fill their pockets and the corporate media
continues its complicity in this bloody rampage in the Middle
East. In the Associated Press/ABC report above, they laced their
story with their typical propaganda to divert attention away from
bald facts of the ongoing swath of death and destruction that the
U.S. government is cutting throughout Iraq. The readers of these
reports soon forget the victims .... the people ... and get lost
in the political machinations of the latest, most favorite son
for Iraq, Ayad Allawi, known to have shot 6 men
( http://www.axisoflogic.com/artman/publish/article
15143.shtml )
in the back of the head in an Iraqi prison with his own hand ...
and the U.S. government has the gall to call him an "interim Prime
Minister". Meanwhile, Bushs lapdog, Tony made the good people
of England nauseous today when he "condemned the attack" and told
Allawi that he will do what he can "to find those responsible".
We as U.S. citizens have the responsibility to stop our government
by demanding that the occupation end and the troops come home now.
Join the millions in cities and towns around the world who will
be on the streets demanding an end to this war on March 19 and
20, the second anniversary of our countrys unprovoked invasion of
the sovereign nation of Iraq. In whatever region of the world you
live, we call on everyone to go to the streets on March 19 and 20
to condemn the savagery visited by the United States government on
the people of Iraq.
Copyright Axisoflogic 2005
Article nr. 10059 sent on 01-mar-2005 22:24 ECT
The address of this page is : www.uruknet.info?p=10059
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www.axisoflogic.com/artman/publish/article 15982.shtml
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http://www.giv-seiten.info/www.giv-archiv.de/2002/Oktober/021031GI.010·
>> Kasnazaniya / Casnazaniyyah: http://video.giv-seiten.info <<·
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>> Iraq-Page : http://irak.giv-seiten.info <<·
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>> Jordanien-Page : http://jordanien.giv-seiten.info <<·
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