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Re: Deutschland weiter zurückgefallen

Autor: "Peer J. Knoerich" (2003-07-01 17:13:50)

Rump R. wrote:
>
> Wie haben die Österreicher abgeschnitten?

gaaanz schlecht!

SCNR

peer

Autor: "Rainer Eggert" (2003-07-01 18:57:51)

Gerhard wrote:

>> Wie schon in der ersten Fassung der Studie streichen die Autoren
>> heraus, dass Deutschland in Sachen Chancengleichheit weltweit zu
>> den Schlusslichtern gehört. Die soziale Herkunft sei in Deutschland
>> für den schulischen Erfolg viel wichtiger als in anderen Ländern.
>
> Mit anderen Worten, die Eltern tragen einen großen Teil der Verantwortung.

Ich habe nun ca ein ganzes Schuljahr Kinder einer Grundschule als
Schulbusfahrer gefahren. Im September 2002 ging es los und im Oktober gabs
schon die ersten zwei Wochen Ferien. Dann gabs Weihnachten wieder zwei
Wochen Ferien. Dann ging es einigermassen bis Ostern, aber dazwischen war
jedes Kind auch häufiger mal krank und blieb zu Haus. Ostern waren es wieder
ca 2 Wochen Ferien und dann kamen noch Elternsprechtage (ca 2 seit September
und eine Klassenfahrt) dazu. Nach den letzten Donnerstagfeiertagen gab es
den Freitag frei und heute machten die Lehrer einen Ausflug, da war auch
schulfrei.

Nun ja bis Ende Juli wird wieder so manches Kind noch ein, zwei Tage zu Haus
bleiben, dann ist das Schuljahr zuende.

Wundern darf man sich da nicht, das selbst 10 -11 jährige kaum lesen können
und noch absolut keine Ahnung von Kommarechnung bzw Bruchrechnung haben.
Mein 11 jähriger Primus kann nicht 23 durch 2 teilen. Für ihn ist das 11
"Rest" 1.

Wie soll das laufen? Mit 16 bzw 17 muß die Schule eigentlich gelaufen sein
und mit 11 rechnet man noch mit "Resten"? In den 50er und 60er jahren war
ein 11 jähriger schon ein kleiner Erwachsener. Die stöhnen wie die
Weltmeister über jede "kleine" Hausaufgabe, dagegen mussten die Kinder
früher sogar noch Samstags zur Schule.

Bei meinen Spezies sieht das so aus: Montags 6 Schulstunden und von
Dienstags bis Freitags nur 4 Schulstunden, wobei bei den 4er Tagen natürlich
auch Sport und Schwimmen dabei ist. Ich klage "nicht" die Eltern an, sondern
das verlotterte Schulsystem.

mfg
Rainer

Autor: "Rainer Eggert" (2003-07-01 18:57:51)




Autor: "Rainer Eggert" (2003-07-01 18:57:51)

Gerhard wrote:

>> Wie schon in der ersten Fassung der Studie streichen die Autoren
>> heraus, dass Deutschland in Sachen Chancengleichheit weltweit zu
>> den Schlusslichtern gehört. Die soziale Herkunft sei in Deutschland
>> für den schulischen Erfolg viel wichtiger als in anderen Ländern.
>
> Mit anderen Worten, die Eltern tragen einen großen Teil der Verantwortung.

Ich habe nun ca ein ganzes Schuljahr Kinder einer Grundschule als
Schulbusfahrer gefahren. Im September 2002 ging es los und im Oktober gabs
schon die ersten zwei Wochen Ferien. Dann gabs Weihnachten wieder zwei
Wochen Ferien. Dann ging es einigermassen bis Ostern, aber dazwischen war
jedes Kind auch häufiger mal krank und blieb zu Haus. Ostern waren es wieder
ca 2 Wochen Ferien und dann kamen noch Elternsprechtage (ca 2 seit September
und eine Klassenfahrt) dazu. Nach den letzten Donnerstagfeiertagen gab es
den Freitag frei und heute machten die Lehrer einen Ausflug, da war auch
schulfrei.

Nun ja bis Ende Juli wird wieder so manches Kind noch ein, zwei Tage zu Haus
bleiben, dann ist das Schuljahr zuende.

Wundern darf man sich da nicht, das selbst 10 -11 jährige kaum lesen können
und noch absolut keine Ahnung von Kommarechnung bzw Bruchrechnung haben.
Mein 11 jähriger Primus kann nicht 23 durch 2 teilen. Für ihn ist das 11
"Rest" 1.

Wie soll das laufen? Mit 16 bzw 17 muß die Schule eigentlich gelaufen sein
und mit 11 rechnet man noch mit "Resten"? In den 50er und 60er jahren war
ein 11 jähriger schon ein kleiner Erwachsener. Die stöhnen wie die
Weltmeister über jede "kleine" Hausaufgabe, dagegen mussten die Kinder
früher sogar noch Samstags zur Schule.

Bei meinen Spezies sieht das so aus: Montags 6 Schulstunden und von
Dienstags bis Freitags nur 4 Schulstunden, wobei bei den 4er Tagen natürlich
auch Sport und Schwimmen dabei ist. Ich klage "nicht" die Eltern an, sondern
das verlotterte Schulsystem.

mfg
Rainer

Autor: "Thomas Gropp" (2003-07-01 20:15:33)

>Ich klage "nicht" die Eltern an, sondern
> das verlotterte Schulsystem.

Hallo,



Ich denke, unsere Politiker wollten das Problem angehen?

Autor: Peter peterle Schaefer (2003-07-01 20:19:16)

On Tue, 1 Jul 2003 18:57:51 +0200, Rainer Eggert wrote:

> Wie soll das laufen? Mit 16 bzw 17 muß die Schule eigentlich gelaufen sein
> und mit 11 rechnet man noch mit "Resten"?

Ich kann Dir aus meinem Erfahrungsschatz berichten, daß bei meinem
Berufsschulbesuch 1987/88 kaum einer der dort sitzenden angehenden
Mechaniker in der Lage war überhaupt die Grundrechenarten sicher zu
beherschen. :(

--
grüße
peterle

Autor: Klosterbedarf (2003-07-01 20:41:12)

On
>
>Ich habe nun ca ein ganzes Schuljahr Kinder einer Grundschule als
>Schulbusfahrer gefahren. Im September 2002 ging es los und im Oktober gabs
>schon die ersten zwei Wochen Ferien. Dann gabs Weihnachten wieder zwei
>Wochen Ferien. Dann ging es einigermassen bis Ostern, aber dazwischen war
>jedes Kind auch häufiger mal krank und blieb zu Haus. Ostern waren es wieder
>ca 2 Wochen Ferien und dann kamen noch Elternsprechtage (ca 2 seit September
>und eine Klassenfahrt) dazu. Nach den letzten Donnerstagfeiertagen gab es
>den Freitag frei und heute machten die Lehrer einen Ausflug, da war auch
>schulfrei.
>
>Nun ja bis Ende Juli wird wieder so manches Kind noch ein, zwei Tage zu Haus
>bleiben, dann ist das Schuljahr zuende.
>
>Wundern darf man sich da nicht, das selbst 10 -11 jährige kaum lesen können
>und noch absolut keine Ahnung von Kommarechnung bzw Bruchrechnung haben.
>Mein 11 jähriger Primus kann nicht 23 durch 2 teilen. Für ihn ist das 11
>"Rest" 1.
>
>Wie soll das laufen? Mit 16 bzw 17 muß die Schule eigentlich gelaufen sein
>und mit 11 rechnet man noch mit "Resten"? In den 50er und 60er jahren war
>ein 11 jähriger schon ein kleiner Erwachsener. Die stöhnen wie die
>Weltmeister über jede "kleine" Hausaufgabe, dagegen mussten die Kinder
>früher sogar noch Samstags zur Schule.
>
>Bei meinen Spezies sieht das so aus: Montags 6 Schulstunden und von
>Dienstags bis Freitags nur 4 Schulstunden, wobei bei den 4er Tagen natürlich
>auch Sport und Schwimmen dabei ist. Ich klage "nicht" die Eltern an, sondern
>das verlotterte Schulsystem.
>
>


Das kann ich nur unterstreichen:

Im Durchschnitt hier bei "uns" 4 1/2 Schulstunden täglich. Davon
jeden Tag 1 Stunde Rechnen und Deutsch. Der Rest der Stunden (wie
üblich á 45 Minuten) wird aufgeteilt in ominöse Projektgruppen
(früher hieß das mal "Werken" und "Zeichnen") und gelegentlichen
Sport.

Unterrichtsausfälle sind an der Tagesordnung; direkter Ausfall
durch Nachhauseschicken oder indirekter per Verteilung auf andere
Klassen mit Beschäftigungstherapie für alle (kleinster gemeinsaner
Nenner in Sachen "Stoff"). Der Lehrer ist rund dreimal pro
Schuljahr für eine Woche krank. Dazu: ElternsprechTAGE,
"bewegliche Ferientage", ein Ferientag nach dem Austeilen der
Halbjahreszeugnisse, Schulfahrten und -ausflüge, vorzeitiges
Schulende wegen versch. Konferenzen, verkürzter Unterricht wegen
Lehrer-Fortbildung, erheblich verkürzter Unterricht wegen des
Prüfens anderer Schüler durch Lehrkräfte, die ansonsten Unterricht
erteilen etc.

Die 5, Klasse ist nun zuende. Kein Schüler dieser Klasse ist in
der Lage, Rechenaufgaben untereinander zu rechnen. Niemand kann
das Alphabet vollständig sprechen, geschweige denn schreiben in
Groß- und Kleinbuchstaben. Alle werden durch schöngerechnete und
passend gemachte, zur Benotung freigegebene Klassenaufgaben
versetzt. Niemand kann auch nur zei Sätze mit - sag´ ich mal -
acht oder zehn Wörtern fehlerfrei schreiben.

Manche Schüler dieser Klasse beherrschen die Schreibschrift nicht.
Das große Einmaleins wird von keinem Kind gekonnt, das kleine
lediglich mit viel Überlegen. Malnehmen, Teilen, Bruch- oder
einfache Textaufgaben? Nichts dergleichen. Die Uhr wurde gelehrt
oder das Anfangsdividieren, wie oben vom Busfahrer geschildert.

Die Hälfte der Schulzeit liegt hinter diesen Kindern. In den
verbleibenden vier Schuljahren werden sie die enorme Fülle des
noch zu Lernenden nicht einmal annäherungsweise schaffen.

Eine Lehre werden sie nicht bekommen. Sie erhalten Sozialhilfe und
werden für die Gemeinde schlechtest bezahlte "gemeinnützige
Arbeit" verrichten müssen, wobei sie den "normalen" Firmen
letztlich die Arbeit wegnehmen.

Europa wird per EU-Beschluß in zwei Jahren viele Ostblockländer
aufnehmen. Die dortigen Einwohner dürfen dann überall rechtens in
EU-Europa arbeiten nach ziemlich frei ausgehandelten Bedingungen.

Was Deutsche für 10

Autor: Klosterbedarf (2003-07-01 20:43:33)

On Tue, 1 Jul 2003 20:19:16 +0200, Peter peterle Schaefer
wrote:

>On Tue, 1 Jul 2003 18:57:51 +0200, Rainer Eggert wrote:
>
>> Wie soll das laufen? Mit 16 bzw 17 muß die Schule eigentlich gelaufen sein
>> und mit 11 rechnet man noch mit "Resten"?
>
>Ich kann Dir aus meinem Erfahrungsschatz berichten, daß bei meinem
>Berufsschulbesuch 1987/88 kaum einer der dort sitzenden angehenden
>Mechaniker in der Lage war überhaupt die Grundrechenarten sicher zu
>beherschen. :(


Mag das ein Grund sein, weswegen deutsche Firmen im
internationalen Wettbewerb in Sachen mechnisch gefertigter Teile
zunehmend ins Hintertreffen geraten?

Denn deutsche Fertigung ist schon lange nur noch selten gut, dafür
meist grundlos teuer. Das können andere auch - aber erheblich
billiger.

klosterbedarf@yahoo.co.uk

Autor: "Dominik Schneider" (2003-07-01 21:20:53)

"Rainer Eggert" schrieb im Newsbeitrag
news:bdsee5$109nai$1@ID-14651.news.dfncis.de...

> Bei meinen Spezies sieht das so aus: Montags 6 Schulstunden und von
> Dienstags bis Freitags nur 4 Schulstunden, wobei bei den 4er Tagen
natürlich
> auch Sport und Schwimmen dabei ist. Ich klage "nicht" die Eltern an,
sondern
> das verlotterte Schulsystem.

Full ACK. Es sollte wesentlich mehr Schulstunden geben aber dafür sollte der
Stoff auch nicht einfach in Turbogeschwindigkeit durchgepaukt werden - davon
hat nämlich niemand was. Ich kenne es noch von meiner Zeit als Schüler, da
wurde einem der Stoff um die Ohren gehauen in Form von "friss oder stirb" -
das ist nicht der korrekte Weg und so macht das Lernen auch keinen Spass was
dann besonders bei Kindern sehr unproduktiv ist.

Gruß

Dominik

Autor: Peter peterle Schaefer (2003-07-01 21:28:07)

On Tue, 01 Jul 2003 20:43:33 +0200, Klosterbedarf wrote:

> Mag das ein Grund sein, weswegen deutsche Firmen im
> internationalen Wettbewerb in Sachen mechnisch gefertigter Teile
> zunehmend ins Hintertreffen geraten?

Das liegt nicht dringend am Rechnen, sondern an der Liebe. ;)
Kunst kommt ja bekanntlich von Können,
käme es von Wollen, hieße es Wunst.

--
grüße
peterle

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