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=?Windows-1252?steinbrück hat sich lächerlich gemacht

Autor: "andrea pintsch" (2003-07-01 15:52:18)

jetzt ist es amtlich:

die krise der beiden koalitionäre in nrw ist beigelegt.

zu welchem preis?

steinbrück, der ungeliebte ministerpräsident von nrw hat sich lächerlich
gemacht. die zugeständnisse an die grünen übertreffen jede vorher
projezierte versprechung, statt rot pur, gibt es spd-frust pur und sich
selbst hat der mann ins abseits gestellt.

die kommentare in den zeitungen sind voll mit hohn und spott. so einig
waren sich die kommentatoren selten:

>Würde es einen Orden für den Verdienten Grünen-Mitarbeiter des Monats
geben, dann müsste ihn für den Juni der Ministerpräsident selbst bekommen.
süddeutsche zeitung<

>Arme Sozialdemokraten. nordwest zeitung<

>Ohnehin hatte er den Koalitionsstreit auf bestürzend unprofessionelle
Weise entfacht. recklinghäuser zeitung<

>In alle Fernsehstuben ist er gedrungen mit seinem Phantomstreit zur
Unzeit, mit seinen markigen Forderungen, denen nichts folgte. westdeutsche
zeitung<


sehr schön zusammengefasst:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,255302,00.html

die frage bleibt: warum hat steinbrück so gehandelt?

andrea

Autor: Jan Hladik (2003-07-01 17:18:29)

andrea pintsch wrote:

> die frage bleibt: warum hat steinbr

Autor: Jan Hladik (2003-07-01 17:18:29)




Autor: Jan Hladik (2003-07-01 17:18:29)

andrea pintsch wrote:

> die frage bleibt: warum hat steinbr

Autor: "Albert Fischer" (2003-07-01 23:06:07)

"andrea pintsch" schrieb im Newsbeitrag
news:bds3jv$av5$06$1@news.t-online.com...

[Warum hat Steinbrück das getan?]

Ganz einfach:

Weil er insgeheim und im Gegensatz zu vielen seiner Genossen

[x] das GuD-Kraftwerk vernünftiger findet als herkömmliche
Kohleverbrennung.
[x] den Metrorapid ungefähr so sinnvoll hält wie einen Kropf.
[ ] ein ausgemachter Fan der subventionierten Steinkohle aus dem
rheinischen Revier ist.
[x] einen größeren Flughafen wollte.

Dazu brauchte er nunmal die Grünen. Für die ersten drei Positionen waren ihm
die Genossen im Weg. Den Flughafen gab es dann als "grünes
Verhandlungsopfer" noch dazu.

Eine Win-Win-Situation.

Wer hat sich da lächerlich gemacht? Doch wohl diejenigen Zeitungen, die das
nicht geblickt haben.

Kollege Rüttgers hingegen scheint den richtigen Riecher zu haben ("Drehbuch
für Soap-Opera"). Da spricht auch eine Menge Neid mit, wie man kackfrech
seine Vorstellungen durchkriegt. Er hätte es "nicht für möglich gehalten,
dass wir sogar über Kohlesubventionen sprechen". Der alte Heuchler...

Der Steinbrück ist zwar unbekannt (wird von Medien gerne gleichgesetzt mit
unbeliebt), aber nicht unerfahren (auch nicht in NRW). Also ich finde die
Performance zur Zeit nicht schlecht, natürlich vor allem nicht aus grüner
Sicht. Und die FDP wurde mal wieder als "Spaßgebot" vorgeführt.

BTW: Wir benutzen hier in dspm die Umschalttaste, da wir unsere Beiträge so
besser lesen können. Ein darüber hinausgehendes Statement ist damit nicht
verbunden, wir machen es hier einfach so. Ich empfehle dir jedoch trotzdem
dringend die Beachtung, du machst dir hier sonst wenig Freunde, es sei denn
du strebst eine Karriere als Gruppenkasperin an.


MfG


Albert Fischer

Autor: Bernd Scheid (2003-07-02 00:51:39)

Albert Fischer schrieb am Tue, 1 Jul 2003 23:06:07 +0200 :

> Eine Win-Win-Situation.
>
> Wer hat sich da laecherlich gemacht? Doch wohl diejenigen Zeitungen, die das
> nicht geblickt haben.

Albert, ich danke Dir; ich dachte schon, ich haette den als Einziger so
positiv eingeschaetzt.

Der machte mir richtig Spass in Interviews oder der Pressekonferenz.

Wahrscheinlich halten alle Steinbrueckkritiker Gabriel fuer einen tollen
Hecht.

Gruss
Bernd
--
www.Oberneisen.de

Autor: "andrea pintsch" (2003-07-02 22:17:51)

hallo,

"Albert Fischer" schrieb im Newsbeitrag
news:bdssvl$vgr0e$1@ID-80909.news.dfncis.de...

> Weil er insgeheim und im Gegensatz zu vielen seiner Genossen
>
> [x] das GuD-Kraftwerk vernünftiger findet als herkömmliche
> Kohleverbrennung.
> [x] den Metrorapid ungefähr so sinnvoll hält wie einen Kropf.
> [ ] ein ausgemachter Fan der subventionierten Steinkohle aus dem
> rheinischen Revier ist.
> [x] einen größeren Flughafen wollte.
>
> Dazu brauchte er nunmal die Grünen. Für die ersten drei Positionen waren
ihm
> die Genossen im Weg. Den Flughafen gab es dann als "grünes
> Verhandlungsopfer" noch dazu.
>
> Eine Win-Win-Situation.

eine interessante gedankenkonstruktion: steinbrück ist klüger als alle. die
frage bleibt:
benötigt er dazu wirklich 6 wochen rumgemache und ziemlich sicher schelte
vom chef?

oder musste er das machen, um sein ziel zu erreichen = sind die grünen sooo
doof?

> Wer hat sich da lächerlich gemacht? Doch wohl diejenigen Zeitungen, die
das
> nicht geblickt haben.

naja, deine hypothese zugrunde gelegt: ja.

> Kollege Rüttgers

ist natürlich neidisch. doch noch gut gelaufen für den SPD-mann. und ich
bin mir sicher, dass die CDU schon szenarien zur neuwahl in der tasche
hatten.

> Der Steinbrück ist zwar unbekannt (wird von Medien gerne gleichgesetzt
mit
> unbeliebt), aber nicht unerfahren (auch nicht in NRW).

nehme ich die berichte, befragungen, comedy/kabarett kommnetare ist
steinbrück sehr unbeliebt.

> Also ich finde die Performance zur Zeit nicht schlecht, natürlich vor
allem nicht aus grüner
> Sicht.

ach, grünen-anhänger?

> Und die FDP wurde mal wieder als "Spaßgebot" vorgeführt.

wie schade...


gruss andrea

PS:

> BTW: Wir

wer ist "wir" ?

> benutzen hier in dspm die Umschalttaste, da wir unsere Beiträge so besser
lesen können.

ist mein beitrag so unleserlich, dass man nicht darauf reflektieren kann?

> Ein darüber hinausgehendes Statement ist damit nicht verbunden, wir
machen es hier einfach so.

dafür, dass du das nicht machen willst, gibt es aber heftige drohungen:

> dringend die Beachtung,
> wenig Freunde,
> Gruppenkasperin

gerade letzteres ist angesichts der sachlichkeit meiner beiträge und der
thematik, die ich wähle und die zum ng-thema passen, irrelevant.

wenn du meine beiträge nicht lesen möchtest, weil es dir fehlt, dass machen
worte mit einem grossbuchsteben beginnen, ist das schade, aber wohl nicht
zu ändern.

gruss mit PS
andrea

Autor: "Albert Fischer" (2003-07-02 22:58:03)

"andrea pintsch" schrieb im Newsbeitrag
news:bdvein$r8f$00$1@news.t-online.com...

[Steinbrücks Coup oder die lahme Tigerente?]

> > Eine Win-Win-Situation.
>
> eine interessante gedankenkonstruktion: steinbrück ist klüger als alle.
die
> frage bleibt:
> benötigt er dazu wirklich 6 wochen rumgemache und ziemlich sicher schelte
> vom chef?

Nun es ging unter anderem darum, die Steinkohlsubventionen anzuritzen, den
Metrorapid zu killen und dieses Kraftwerk da durchzukriegen. Alles
Lieblingsspielzeuge der alten Filzbrüder, die es in verschiedene Positionen,
aber in die gleiche, weit entfernte Stadt verschlagen hat.

Ich glaube, dass die Watschen noch etwas größer gewesen wäre, wenn er sich
hingestellt hätte und gesagt hätte: "Ähem, übrigens, was wir da jahrelang
mit der Steinkohle gemacht haben, war Blödsinn." So kann er sich hinter
einem "schmerzlichen, aber notwendigen Kompromiss" verstecken. Meine Güte,
dass der nicht laut loslacht, ist doch alles.

> oder musste er das machen, um sein ziel zu erreichen = sind die grünen
sooo
> doof?

Wieso, die haben wesentliche Punkte aus ihrem Portfolio gehakt. Metrorapid,
Steinkohle, GuD-Kraftwerk und die frohe Botschaft nach innen und an die
Wähler: "Wir tun was". Das mit dem Flughafen läuft dann wieder unter
"schmerzlichen, aber notwendigen Kompromiss".

> naja, deine hypothese zugrunde gelegt: ja.

Mal kucken, wie es weitergeht.

> > Kollege Rüttgers
>
> ist natürlich neidisch. doch noch gut gelaufen für den SPD-mann. und ich
> bin mir sicher, dass die CDU schon szenarien zur neuwahl in der tasche
> hatten.

Mit dem wäre das mit der Steinkohle nicht gelaufen, und das Gelaber und
Gezerre um diesen bescheuerten Zug wäre ad infinitum weitergegangen. Der
ist, wie du richtig sagst, einfach nur neidisch: Auf die Geschwindigkeit,
mit der Steinbrück unter dem Strich die Themen durchgeprügelt hat.

Und die FDP steht da wie der klassische Partydepp, der von der Dorfschönen
zum Knutschen gebraucht wurde, um den Freund eifersüchtig zu machen, und
danach aber entsprechend düpiert von allen ausgelacht wird. Tja die
Möllemanncocktails haben offenbar keinen Fortün <har, har> mehr, seit sie
sich mit der Prolltour eingelassen haben. Zu kurz gesprungen [tm] :-))

> nehme ich die berichte, befragungen, comedy/kabarett kommnetare ist
> steinbrück sehr unbeliebt.

Ich würde da sehr vorsichtig sein, weil Unbeliebtheit wie gesagt ein sehr
medial geprägter Begriff ist, gerade bei neueren Politikern. Ich kann mich
noch sehr an die Unbeliebtheit des Bimbeskanzlers zu Beginn seiner Ära
erinnern. Gab es Ende der Neunziger Jahre noch Birnenwitze?

> ach, grünen-anhänger?

Sagen wir mal, dass ich ein Freund konservativer Wirtschaftspolitik
nachhaltiger ökologisch-technischer Erneuerung ohne monokulturelle
SchOIklappen aus der Bonner Kohl-Ära bin. Viele Grüne, nicht alle, scheinen
diese Grundhaltung ebenfalls zu vertreten. Dafür blinzelt sie IMHO bei dem
einen oder anderen CDU-Mitglied mal durch.

BTW: [über wir/shift etc.]

> wenn du meine beiträge nicht lesen möchtest, weil es dir fehlt, dass
machen
> worte mit einem grossbuchsteben beginnen, ist das schade, aber wohl nicht
> zu ändern.

Gerade weil sie eigentlich recht lesenswert sind, vermisse ich die
Lesbarkeit, und fände es deshalb doppelt schade, wenn du auf diesem Punkt
ideologisch beharren müsstest.


MfG


Albert Fischer

Autor: Bernd Scheid (2003-07-03 00:01:53)

andrea pintsch schrieb am Wed, 2 Jul 2003 22:17:51 +0200 :

> nehme ich die berichte, befragungen, comedy/kabarett kommnetare ist
> steinbrueck sehr unbeliebt.

Fuer einen Politiker keine schlechte Ausgangsbasis.

Was habe ich als Buerger davon, wenn ein Politiker bei Comedy beliebt
ist?

Und wieso wird staendig gefordert, Politiker muessten unbequeme Dinge tun
und erwartet, dass sie dann auch noch beliebt sind?

Gruss
Bernd
--
www.Oberneisen.de