Autor: "Olivier Hess" (2003-07-01 07:19:33)
http://www.n24.de/wirtschaft/branchen/index.php?a2003063015565532212
30. Juni 2003
Guter Tag für die Umwelt
Innovationen im Bereich der Biokraftstoffe
Zwei Innovationen sorgen derzeit in der Autoindustrie für Aufsehen. Die
erste kommt aus der Industrie selbst. Der Autokonzern DaimlerChrysler hat
einen neuartigen Dieselkraftstoff entwickelt. Das aus Holzresten gewonnene,
synthetische Biotrol kann normalem Diesel beigemischt werden und senkt
deutlich den Ausstoß klimaschädlicher Schadstoffe. Heutige
Diesel-Motoren
müssen für eine Beimischung nicht umgerüstet werden. "Damit
werden wir
unabhängiger von konventionellen Kraftstoffen und reduzieren die
Kohlendioxid- Belastung", sagte DaimlerChrysler-Vorstand Jürgen
Hubbert am
Montag in Stuttgart.
Mineralölindustrie ist skeptisch
Derzeit steht der umweltfreundliche Diesel nur in kleinen Mengen zur
Verfügung. Noch erforscht wird, ob Diesel-Motoren auch zu 100 Prozent mit
Biotrol angetrieben werden können. DaimlerChrysler- Forschungschef Thomas
Weber sagte, Biotrol werde voraussichtlich erst in einigen Jahren
flächendeckend verfügbar sein. Er hoffe auf eine Kooperation mit der
Mineralölindustrie. Diese ist skeptisch, ob alternative Kraftstoffe einmal
in großen Mengen Benzin und Diesel ersetzen können. Die EU will bis
2010
einen Anteil biogener Kraftstoffe am gesamten Fahrzeugverbrauch von 5,75
Prozent erreichen.
DaimlerChrysler hatte im vergangenen Jahr rund 1,7 Milliarden Euro (Vorjahr:
1,6) für den Umweltschutz ausgegeben. Der durchschnittliche Spritverbrauch
aller in Deutschland von DaimlerChrysler verkauften Pkw und Kombi sank laut
Unternehmen um fast 4 Prozent auf 7,5 Liter.
Neuer Durchbruch beim Erdgasantrieb
Aber auch aus den Forschungslabors der Universitäten gibt es frohe Kunde
für
den Umweltschutz. Wissenschaftlern der Fachhochschule Dortmund ist offenbar
ein Durchbruch für die breitere Einführung von Erdgas als
Motorenkraftstoff
gelungen. Eine von einem Forschungsprojekt des Fachbereichs Maschinenbau
entwickelte Methode macht den Umbau von Dieselmotoren beim Umstieg von
Diesel auf Erdgas überflüssig. Das Erdgas werde dazu direkt in den
Brennraum
eingespritzt, teilte die Hochschule am Montag mit. Zugleich verbrauche der
umgerüstete Motor nicht wie bisher bis zu 40 Prozent mehr Kraftstoff.
An dem bisher rund 665.000 Euro teuren Forschungsprojekt sind außerdem
die
Fachhochschule Gelsenkirchen und die Gelsenkirchener
Entwicklungsgesellschaft für Verbrennungsmotoren und Energietechnik
beteiligt. Erdgas gilt als umweltfreundlicher und preisgünstiger
Kraftstoff.
Für 15 Kilogramm Erdgas zum Preis von zehn Euro kommt man zwischen 260 und
290 Kilometer weit. Bund und Länder unterstützen die Anschaffung von
Erdgasfahrzeugen, indem sie keine Kfz-Steuer für die ersten drei Jahre
erheben. Derzeit sind auf den bundesdeutschen Straßen aber erst rund
15.000
Erdgasfahrzeuge unterwegs.
(N24.de, dpa, ddp)
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