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Re: Innere Einheit

Autor: Bernd Bioly (2003-06-26 13:13:18)

Daniel Richter news:bdedmk$r41fa$1@ID-5002.news.dfncis.de...
>
> Robert Jasiek > news:3EFAA06C.6860164F@snafu.de...
> > Wie sieht das eigentlich mit der inneren Einheit aus?
> schlecht
>
> > 1990 sch

Autor: Robert Jasiek (2003-06-26 13:36:56)

Albert Fischer wrote:
>

Autor: Robert Jasiek (2003-06-26 13:36:56)




Autor: Robert Jasiek (2003-06-26 13:36:56)

Albert Fischer wrote:
>

Autor: "Daniel Richter" (2003-06-26 23:23:00)

"Bernd Bioly" schrieb im Newsbeitrag
news:bdekga$rovmc$1@ID-190347.news.dfncis.de...
> > > Strukturell gibt es allerdings noch große Probleme. Das wichtigste
> > > davon ist der hohe Grad an Arbeitslosigkeit im Osten.
> >
> > Eben.

> Vielleicht hätte aber auch wesentlich mehr in Aus- und Weiterbildung
> gesteckt werden müssen.
> Da der Staat aber zig Milliarden investiert hat,
> währten sich viele Bürger im alten Trott staatlichen Oktroyismus, wie es
in
> der alten DDR ja so war.

Zuerst einmal wurden die Reste der DDR Wirtschaft durch
die Einführung der D Mark plattgemacht.
Zweitens es gibt im Osten keine grossen Industrielle Kerne
z.b Autoindustrie wie im Westen , um die sich auch andere Firmen
ansiedeln können.
Die Mrd wurden z.b in die Infrastruktur gesteckt mit der Hoffnung
das sich Firmen ansiedeln.
Es passiert aber nichts.

> Eigeninitiative und Eigenverantwortung wird aber
> von allen eingefordert, und das in verstärktem Maße auch von den Bürgern
in
> den alten Bundesländern -

Wird gemacht man wandert gen Westen da wo die Arbeit ist.

> > > Welche Bedeutung haben die noch bestehenden Unterschiede für die
> > > innere Einheit Deutschlands? Akzeptieren wir das alle als Preis
> > > für die Wiedervereinigung und sind bereit, ein paar Jahrzehnte
> > > bis zur weitgehenden Angleichung zu warten,
> >
> > Im Westen kann man schon warten,im Osten nicht
> > Man muss ja auch bedenken ,das Verdienst später mal
> > für die Rente entscheidet ist.
> > Wenn man immer nur sehr wenig verdient , bekommt man
> > nur eine kleine Rente.
>
> Das kann ich verstehen, besagte Eigeninitiative und Eigenverantwortung
sind
> aber gerade hier gefragt, z.B. in Form eines Aufbaus eigener Unternehmen
aus
> dem Nichts.

Was soll das Unternehmen bei gesättigten Märke herstellen ?

> Der neu zu verteilende Absatzmarkt unmittelbar nach der
> Wiedervereinigung haben sich natürlich viele Westfirmen zunutze gemacht,
> vielleicht viele jungen Triebe des Kapitalismus eigennützig zerstört. Vom
> Staat hätte ich mir eher einen besonderen Schutz zum Aufbau hiesiger,
> konkurrenzfähiger Betriebe/Unternehmen sowie einen hohen Investitionsgrad
in
> das menschliche Kapital gewünscht,

Wie hätte das aussehen sollen ?

> > > Welche Aufgaben und in welchem Ausmaß nimmt die
> > > Politik wahr, um die innere Einheit zu vollenden?
> >
> > Ist zur Zeit wohl kein Thema mehr.
> > Die Politiker haben Ostdeutschland abgehakt.
>
> Empfindest Du das wirklich so?

Ja

> Ich meine, daß die Investitionsströme
> Richtung Osten wirklich ungeheuer groß waren, leider vielfach
fehlgeleitet,
> weil viele Westfirmen sich die Sahnehäubchen zu nehmen wußten. Sie sind
> sicher heute ähnlich groß, aber mehr Effizienz würde ich mir schon
wünschen.

Warum soll von Staat her im Osten noch investiert werden ?
Es ist wie gesagt alles da die Firmen können kommen , auch die Löhne
sind niedrig.
Aber warum sollten Unternehmen bei gesättigten Märkten noch investieren ?
Die Politiker scheinen es auch so zu sehen , darum ist der Osten kein
Thema mehr.
Nur zu sagen traut sich keiner .

mfg dr

Autor: "W.Flemming" (2003-06-27 05:57:56)

"Daniel Richter" schrieb im Newsbeitrag
news:bdfob3$sph8l$1@ID-5002.news.dfncis.de...
>

> Warum soll von Staat her im Osten noch investiert werden ?
> Es ist wie gesagt alles da die Firmen können kommen , auch die Löhne
> sind niedrig.
> Aber warum sollten Unternehmen bei gesättigten Märkten noch
investieren ?
> Die Politiker scheinen es auch so zu sehen , darum ist der Osten
kein
> Thema mehr.
> Nur zu sagen traut sich keiner .
>
>
>
hallo, genau so ist es und die politik erkennt ihre eigentliche
aufgabe nicht weil die politiker feige sind, sie setzen auf wachstum
was schön längst keiner mehr so richtig will (soll man ganz
deutschland überdachen oder was soll denn noch gebaut werden ? nur so
als beispiel)
tatsächlich müssten die politiker die rahmenbedingungen so setzen,
dass die vorhandene un bezahlbare arbeit relativ gleichmäßig oder
gerecht auf die leute und übers land verteilt wird, das ist aber nicht
gewollt, vor allem weil einfach nicht mehrheitsfähig oder glaubst du
die bayern stimmen dafür eine fahrradfabrik von west nach ost zu
verlagern ? das aber wäre erst strukturpolitik,

dem ossi kredit gegen hohe zinsen zu geben und und ihn gegen
eigenkapitalsatte wettbewerbe antreten zu lassen brint nur pleiten
aber keine entwicklung, ist aber wohl auch so gewollt,

bevor aber hier nicht eine halbwegs akzeptierte gerechtigkeit, auch
gleichheit realisiert ist, wird es keine innere einheit geben, darf es
auch nicht denn das wäre die akzeptanz des unrechts


w.flemming

Autor: "Bernd Bioly" (2003-06-28 11:46:38)

"Daniel Richter" schrieb im Newsbeitrag
news:bdfob3$sph8l$1@ID-5002.news.dfncis.de...
>
> "Bernd Bioly" schrieb im Newsbeitrag
> news:bdekga$rovmc$1@ID-190347.news.dfncis.de...
> > > > Strukturell gibt es allerdings noch große Probleme. Das wichtigste
> > > > davon ist der hohe Grad an Arbeitslosigkeit im Osten.
> > >
> > > Eben.
>
> > Vielleicht hätte aber auch wesentlich mehr in Aus- und Weiterbildung
> > gesteckt werden müssen.
> > Da der Staat aber zig Milliarden investiert hat,
> > währten sich viele Bürger im alten Trott staatlichen Oktroyismus, wie es
> in
> > der alten DDR ja so war.
>
> Zuerst einmal wurden die Reste der DDR Wirtschaft durch
> die Einführung der D Mark plattgemacht.
> Zweitens es gibt im Osten keine grossen Industrielle Kerne
> z.b Autoindustrie wie im Westen , um die sich auch andere Firmen
> ansiedeln können.
> Die Mrd wurden z.b in die Infrastruktur gesteckt mit der Hoffnung
> das sich Firmen ansiedeln.
> Es passiert aber nichts.

Als Wessi finde ich das insgesamt schade. Hätte man nicht die "Rosinen" der
DDR-Wirtschaft technisch aufpäppeln können? Stimmt natürlich: Infrastruktur
allein macht keine Industrielandschaft aus.

> > Eigeninitiative und Eigenverantwortung wird aber
> > von allen eingefordert, und das in verstärktem Maße auch von den Bürgern
> in
> > den alten Bundesländern -
>
> Wird gemacht man wandert gen Westen da wo die Arbeit ist.

Eine für mich logische Konsequenz, aber keine Dauerlösung.

> > > > Welche Bedeutung haben die noch bestehenden Unterschiede für die
> > > > innere Einheit Deutschlands? Akzeptieren wir das alle als Preis
> > > > für die Wiedervereinigung und sind bereit, ein paar Jahrzehnte
> > > > bis zur weitgehenden Angleichung zu warten,
> > >
> > > Im Westen kann man schon warten,im Osten nicht
> > > Man muss ja auch bedenken ,das Verdienst später mal
> > > für die Rente entscheidet ist.
> > > Wenn man immer nur sehr wenig verdient , bekommt man
> > > nur eine kleine Rente.
> >
> > Das kann ich verstehen, besagte Eigeninitiative und Eigenverantwortung
> sind
> > aber gerade hier gefragt, z.B. in Form eines Aufbaus eigener Unternehmen
> aus
> > dem Nichts.
>
> Was soll das Unternehmen bei gesättigten Märke herstellen ?

Wenn ich das wüßte, wäre ich vielleicht schon Unternehmer, bei meinem
betonten Sicherheitsdenken aber sicherlich aber doppelt überlegenswert. In
der jetzigen wirtschaftlichen Misere natürlich besonders schwierig.
Unternehmertum verlangt da besonders gute Ideen, natürlich nicht allein
solche wie die "Kneipe um die Ecke".

> > Der neu zu verteilende Absatzmarkt unmittelbar nach der
> > Wiedervereinigung haben sich natürlich viele Westfirmen zunutze gemacht,
> > vielleicht viele jungen Triebe des Kapitalismus eigennützig zerstört.
Vom
> > Staat hätte ich mir eher einen besonderen Schutz zum Aufbau hiesiger,
> > konkurrenzfähiger Betriebe/Unternehmen sowie einen hohen
Investitionsgrad
> in
> > das menschliche Kapital gewünscht,
>
> Wie hätte das aussehen sollen ?

Überlegungen anstellen, was von der DDR im Westen übertragbar ist und auch
Sinn macht. Technische und kaufmännische Zusatzausbildung der
DDR-Wirtschaftselite, Ausbildungs- und Weiterbildungspläne für die
Arbeitnehmer im Osten und auch im Westen (da wo bewährte staatliche und
private DDR-Lösungen auch für den Westen übernehmenswert erscheinen, z.B.
Kinderhorte). Im Nachhinein ist eine solche Überlegung natürlich sinnlos, da
die Reste der DDR-Wirtschaft, wie du ja selber sagtest, platt gemacht
wurden. Bestimmte Regelungen - s.o. - könnten aber wieder eingeführt werden.
Ich frage mich immer nur, warum muß das Rad in der Geschichte immer wieder
neu und vornehmlich im Westen erfunden werden (wo es doch schon manchmal ein
anderer - nämlich im Osten erfunden hat).

> > > > Welche Aufgaben und in welchem Ausmaß nimmt die
> > > > Politik wahr, um die innere Einheit zu vollenden?
> > >
> > > Ist zur Zeit wohl kein Thema mehr.
> > > Die Politiker haben Ostdeutschland abgehakt.
> >
> > Empfindest Du das wirklich so?
>
> Ja
>
> > Ich meine, daß die Investitionsströme
> > Richtung Osten wirklich ungeheuer groß waren, leider vielfach
> fehlgeleitet,
> > weil viele Westfirmen sich die Sahnehäubchen zu nehmen wußten. Sie sind
> > sicher heute ähnlich groß, aber mehr Effizienz würde ich mir schon
> wünschen.
>
> Warum soll von Staat her im Osten noch investiert werden ?
> Es ist wie gesagt alles da die Firmen können kommen , auch die Löhne
> sind niedrig.
> Aber warum sollten Unternehmen bei gesättigten Märkten noch investieren ?
> Die Politiker scheinen es auch so zu sehen , darum ist der Osten kein
> Thema mehr.
> Nur zu sagen traut sich keiner .

Die Marktsättigung betrifft natürlich auch den Westen, so ist es ja nicht.
Gerade jetzt sollten langfristige Ausbildungspläne für die Bevölkerung Ost
erstellt werden, die bei einem neuen Aufschwung dann gewappnet wäre. Diese
müßten natürlich zielgerichtet und zielsicher sein - IT?

Gruß Bernd Bioly

Autor: "Bernd Bioly" (2003-06-28 11:56:36)

"W.Flemming" schrieb im Newsbeitrag
news:bdgfcd$oga$01$1@news.t-online.com...
>
> "Daniel Richter" schrieb im Newsbeitrag
> news:bdfob3$sph8l$1@ID-5002.news.dfncis.de...
> >
>
> > Warum soll von Staat her im Osten noch investiert werden ?
> > Es ist wie gesagt alles da die Firmen können kommen , auch die Löhne
> > sind niedrig.
> > Aber warum sollten Unternehmen bei gesättigten Märkten noch
> investieren ?
> > Die Politiker scheinen es auch so zu sehen , darum ist der Osten
> kein
> > Thema mehr.
> > Nur zu sagen traut sich keiner .
> >
> >
> >
> hallo, genau so ist es und die politik erkennt ihre eigentliche
> aufgabe nicht weil die politiker feige sind, sie setzen auf wachstum
> was schön längst keiner mehr so richtig will (soll man ganz
> deutschland überdachen oder was soll denn noch gebaut werden ? nur so
> als beispiel)
> tatsächlich müssten die politiker die rahmenbedingungen so setzen,
> dass die vorhandene un bezahlbare arbeit relativ gleichmäßig oder
> gerecht auf die leute und übers land verteilt wird, das ist aber nicht
> gewollt, vor allem weil einfach nicht mehrheitsfähig oder glaubst du
> die bayern stimmen dafür eine fahrradfabrik von west nach ost zu
> verlagern ? das aber wäre erst strukturpolitik,
>
> dem ossi kredit gegen hohe zinsen zu geben und und ihn gegen
> eigenkapitalsatte wettbewerbe antreten zu lassen brint nur pleiten
> aber keine entwicklung, ist aber wohl auch so gewollt,
>
> bevor aber hier nicht eine halbwegs akzeptierte gerechtigkeit, auch
> gleichheit realisiert ist, wird es keine innere einheit geben, darf es
> auch nicht denn das wäre die akzeptanz des unrechts
>
>
> w.flemming


Regionale Strukturpolitik ist für mich die nachhaltige Förderung bestimmter
Landstriche. Wichtig ist für mich, die Wettbewerbsfähigkeit der neuen
Bundesländer zu erhöhen. Relativ kurzfristig könnten allgemeine
Rahmenbedingungen wie die Unternehmensabgaben und sonstigen Standortfragen
abgehandelt und entsprechend modifiziert werden. Größere Probleme macht das
Human Know-how aus, also das menschliche Kapital. Erst wenn der Markt selber
dieses in seinen Standortfragen realisiert und erkennt, wird er sich aus
freikapitalistischen Gründen von selber im Osten ansiedeln. Das ist und kann
auch nur ein ein globales Konzept sein, nicht nur Einzelunternehmen, denn
nur die Wechselwirkung der Kaufkraft einzelner Branchen unterstützen solch
ein nachhaltiges Konzept. Es geht auch nicht darum, dem Osten sämtliche
Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Westen einzuräumen, damit dieser der
nächste Sanierungsfall wird. Hinter möglichen Standortgewinnen im Westen
darf dann nicht sofort das Argument einer unzureichenden Ostförderung
auftauchen.

Gruß Bernd Bioly