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Re: Möllemann: ARD-Brennpunkt

Autor: Wolfgang Schwanke (2003-06-29 11:20:42)

Pedro Rastaman Freudenberg wrote in
news:2048788.nPTU7PzqFc@pedro-loves-maide.cleeson.com:

>> Ein Teil von ihnen passte sich an (unter Import einer Reihe von
>> fränkisch-germanischen Wörtern ins Altfranzösische), und der östliche
>> Teil von ihnen behielt das Fränkische.
>
> bestätigt doch gerade, was ich schrieb. Die Anpassung erfolgte doch nicht
> über Nacht.

In hast Du
geschrieben:

>> Die deutsche und die französische
>> Sprache entwickelten sich in den letzten 1200 Jahren auseinander, davor
>> verstand man sich relativ problemlos. Das Elsaß ist ein Spezialfall in
>> dieser Entwicklung.

Wenn Du Dich nicht stark missverständlich ausgedrückt hast, bedeutet es:
Deutsch und Französisch waren vor 1200 Jahren untereinander verständlich
(woraus zu folgern wäre, dass sie damals Dialekte einer gemeinsamen Sprache
waren), die sich erst in der Zeit seitdem auseinanderentwickelt hatten.

Richtig ist: Deutsch und Französisch sind miteinander verwandt, aber ihre
gemeinsame Wurzel liegt mind. 6000 Jahre zurück. Der relevante Ausschnitt
des indogermanischen Stammbaums sieht etwa so aus:


4000v? 1500v 0 800n 2003n

+---------- ....
|
+---------------Latein---------------------+
| |
| +---Französisch---------
|
IE-+ +---Hochdeutsch---------
| |
| +-Westgerm.---+
| | |
| | +-------
| |
+---------------Germanisch---+
|
+----....

Zum Zeitpunkt 800nChr waren beide Äste längst so weit voneinander
entfremdet, dass keine gegenseitige Verständigung möglich war. Man musste
die jeweils andere Sprache als Fremdsprache lernen.

Was zu der Zeit passierte war eine gegenseitige Beeinflussung durch
Fremdwörter, die durch den per Eroberung erzwungenen Kontakt der beiden
Sprachgemeinschaften erfolgte. Aber das hat nichts mit gegenseitiger
Verständlichkeit zu tun. In Frankreich müssen damals einfach eine Menge
Leute rumgelaufen sein, die beide Sprachen beherrschten und mitunter Wörter
der einen Sprache in der anderen verwendeten. So ähnlich wie heute ja auch
bei uns viele rumlaufen, die modische Anglizismen ins Deutsche mischen.

>
>> (Umleitung zu de.sci.geschichte)
>
> Hiergeblieben, dsg habe ich abbestellt.

Ich lese die Politikgruppe nicht, aber vielleicht hilfts.

Gruß

--
Listen very carefully, I shall say zis only once


http://www.wschwanke.de/

Autor: Wolfgang Schwanke (2003-06-29 11:20:42)




Autor: Wolfgang Schwanke (2003-06-29 11:20:42)

Pedro Rastaman Freudenberg wrote in
news:2048788.nPTU7PzqFc@pedro-loves-maide.cleeson.com:

>> Ein Teil von ihnen passte sich an (unter Import einer Reihe von
>> fränkisch-germanischen Wörtern ins Altfranzösische), und der östliche
>> Teil von ihnen behielt das Fränkische.
>
> bestätigt doch gerade, was ich schrieb. Die Anpassung erfolgte doch nicht
> über Nacht.

In hast Du
geschrieben:

>> Die deutsche und die französische
>> Sprache entwickelten sich in den letzten 1200 Jahren auseinander, davor
>> verstand man sich relativ problemlos. Das Elsaß ist ein Spezialfall in
>> dieser Entwicklung.

Wenn Du Dich nicht stark missverständlich ausgedrückt hast, bedeutet es:
Deutsch und Französisch waren vor 1200 Jahren untereinander verständlich
(woraus zu folgern wäre, dass sie damals Dialekte einer gemeinsamen Sprache
waren), die sich erst in der Zeit seitdem auseinanderentwickelt hatten.

Richtig ist: Deutsch und Französisch sind miteinander verwandt, aber ihre
gemeinsame Wurzel liegt mind. 6000 Jahre zurück. Der relevante Ausschnitt
des indogermanischen Stammbaums sieht etwa so aus:


4000v? 1500v 0 800n 2003n

+---------- ....
|
+---------------Latein---------------------+
| |
| +---Französisch---------
|
IE-+ +---Hochdeutsch---------
| |
| +-Westgerm.---+
| | |
| | +-------
| |
+---------------Germanisch---+
|
+----....

Zum Zeitpunkt 800nChr waren beide Äste längst so weit voneinander
entfremdet, dass keine gegenseitige Verständigung möglich war. Man musste
die jeweils andere Sprache als Fremdsprache lernen.

Was zu der Zeit passierte war eine gegenseitige Beeinflussung durch
Fremdwörter, die durch den per Eroberung erzwungenen Kontakt der beiden
Sprachgemeinschaften erfolgte. Aber das hat nichts mit gegenseitiger
Verständlichkeit zu tun. In Frankreich müssen damals einfach eine Menge
Leute rumgelaufen sein, die beide Sprachen beherrschten und mitunter Wörter
der einen Sprache in der anderen verwendeten. So ähnlich wie heute ja auch
bei uns viele rumlaufen, die modische Anglizismen ins Deutsche mischen.

>
>> (Umleitung zu de.sci.geschichte)
>
> Hiergeblieben, dsg habe ich abbestellt.

Ich lese die Politikgruppe nicht, aber vielleicht hilfts.

Gruß

--
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http://www.wschwanke.de/